Freitag, 22. März 2019

Phuket ohne Segelboot


Die Kreditkarte ist leider noch immer nicht da. Seit unserer Rückkehr aus Phuket ist schon über eine Woche vergangen, aber die Post spielt nicht mit. Es scheint, als wenn seit Ende Februar alles auf Langkawi etwas langsamer vonstatten geht. In der Fährstation ist viel weniger los und der Verkehr auf den Straßen hat scheinbar auch nachgelassen.

Phuket war wirklich kein Traumziel für uns, aber wir mussten ja Malaysia verlassen. Noch vor einiger Zeit konnte man ein neues Visum bekommen, wenn man nur kurz über die Grenze verschwindet und gleich wieder reinkommt, aber diese Zeiten sind vorbei. Jetzt haben wir uns sieben lange Tage in Phuket aufgehalten. Unser Hoteldomizil hatten wir in Phuket Town gebucht; denn Strandurlauber sind wir nicht und hofften, dass in der Stadt zumindest ein bisschen mehr zu sehen sein würde. Die schöne Internet-Welt ermöglicht ja immerhin, auch ohne Bücher schon vorher zu erkunden, welche Sehenswürdigkeiten ein Ort zu bieten hat.
 
 
 
Ganz ohne fahrbaren Untersatz kommt man in Phuket nicht aus, will man mehr als nur das tägliche Gewusel der Menschenmassen im Hauptort über sich ergehen lassen. Und von den Menschenmassen Asiens bekommt man auch in Phuket so einiges mit. Überall ist es voll und eng. Alles ist vollgestellt mit Gegenständen. Vor allem der Gehweg -eigentlich doch für Fußgänger- ist eher ein Abstellweg für alle möglichen Sachen. Natürlich ist auch alles voll mit Touristen und wohl fast jeder versucht an den Ausländern zu verdienen. Sogar Phuket Town ist voller Touristen, was wir eigentilch so nicht erwartet hatten, aber auch hier tummeln sich die Massen. Vom Flugplatz ist die Stadt über dreißig Kilometer entfernt. Wir nahmen den Airportbus für diese Strecke, der fährt jede Stunde und diese Art des Transportes ist am günstigsten.
 
In Langkawi steigt man über eine Treppe ins Flugzeug
Der Airportbus auf Phuket ist Knallgelb
 
 
 
Die Taxiabzocke, wie wir sie in Bangkok hatten, wollten wir nicht noch einmal erleben. Überhaupt verdiente nicht ein Taxifahrer auch nur einen einzigen Baht an uns. Essen und Trinken ist, wie überall in Thailand, äußerst günstig und wir stürzten uns gleich am ersten Tag nach Ankunft ins Gewühl: ein Wat und noch ein Wat, die Altstadt, chinesische Tempel... Abends hatten wir schon so einiges von Phuket Town gesehen.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Für die weiter entfernt liegenden Sehenswürdigkeiten mieteten wir uns zwei Tage später ein Auto: noch mehr Wats und Buddhas. Elefanten sieht man auch (Touristen lassen sich von ihnen duch die Landschaft tragen). Die Küste ist nie weit entfernt und von den höher gelegenen Gegenden gibt es sehr schöne Aussichten auf die Buchten und Strände.
 
Am Wat Chalong


Vom "Big Buddha" (aus Marmor und noch nicht ganz fertig gebaut)
ist die Ankerbucht von "Ao Chalong" im Osten gut zu sehen (oben rechts).
Unten: die Westseite
 
 
 
In der Ankerbucht von Ao Chalong lagen einige Segelboote. Vielleicht sind wir ja doch selbst noch einmal da per Boot, wer weiß... Ganz im Süden mit schöner Aussicht gibt es auch eine sehr schöne Ankerbucht. Sie ist nicht so bevölkert und schnorcheln vom Strand oder Boot aus scheint hier auch gut möglich zu sein.
 
 
 
 
 
Auf dem "Monkey Hill". Hier wimmelt es von hungrigen Mäulern
die von Touristen gefüttert werden wollen.
 
Zum Sündenbabel „Patong“ mit seinem sehr langen breiten Strand machten wir einen Ausflug per Linienbus. Das Bussystem auf Phuket ist gut und günstig, und von Phuket Town bis Patong fährt man etwa eine dreiviertelstunde. Der „Busbahnhof“ von dem aus die Busse in alle Richtungen fahren liegt mitten in der Stadt und war von unserem Hotel aus schnell fußläufig erreichbar.
 
 
 
 
 
 
Per Pedes gelangten wir am Samstag zum großen Wochenendmarkt, dem Riesen- Nightmarket,- bei Touristen aber auch Einheimischen sehr beliebt. Er öffnet gegen vier Uhr Nachmittags und ist kurze Zeit später übervoll mit Menschen. Hier kann man sich durchfuttern und so ziemlich alles kaufen, was das Herz begehrt. (Raub-Kopien sollen der Renner sein.)
 
 
...noch ein Wat, gleich gegenüber des Marktes
 
 
Der Markt war zwar etwas weiter entfernt von unserem Hotel, aber wir laufen gern in fremden Gefilden, weil man so mehr sieht. So entdeckten wir auch ein großes Neubaugebiet mit noch halbfertigen Gebäuden und dahinter liegendem neu angelegten großen Park. Wohnungen für Neubewohner aus dem Ausland? Viele Nicht-Thailänder scheinen auf Phuket zu wohnen.
 
 
 
 
 
 
 
Schlecht war der „Zwangsurlaub“ auf Phuket nicht, immerhin haben wir einen Eindruck von der Insel bekommen. Einen Besuch der vorgelagerten Inseln haben wir ausgelassen. Per Fähre gelangt man ständig dorthin. Phi Phi liegt bei den Sonnenanbetern noch immer voll im Trend, das zeigte ein Besuch des Fähranlegers.
 
 
 
Vielleicht segeln wir ja doch noch nach Thailand und können die vielen Inseln noch sehen; denn- wie oben schon gesagt- die Kreditkarte ist leider noch immer nicht da, und es ist schon Ende März...bald ändert sich die Windrichtung des Monsuns.


Donnerstag, 28. Februar 2019

Kreditkarten-Trouble in Langkawi


Jochens Kreditkarte ist weg. Also, nicht wirklich weg, nein- der ATM hat sie geschluckt. In der Ferry-Station, dem nächstgelegenen Geldautomaten, gleich neben der Marina, versorgen wir uns regelmäßig mit Bargeld. Und das ohne Probleme. Jochen wollte das letzte Mal malaysische Ringitt holen. Aber dann, am letzten Freitag war es, wollte das Ding offensichtlich nicht richtig arbeiten. Die Karte war nicht gesperrt und auch das Limit nicht überschritten (wie der unvermeidliche Anruf bei unserer Hausbank dann offenbarte) aber der ATM hat Jochens Karte nicht mehr rausgerückt und Geld gab`s auch nicht.

Das war ein schlechter Zeitpunkt, sind wir doch schon für`s Weitersegeln gerüstet und das Boot voller Proviant, nur Gemüse, Obst, Wurst und Fleisch für die ersten Tage auf See fehlen noch. Eine neue Kreditkarte sollte schnellstmöglich an unsere deutsche Adresse gesandt werden, versprach der Kontaktmensch am Telefon des Callcenters unserer Bank. Von dort dauert der Postweg dann nochmal seine Zeit. Etwa zwei Wochen würde es dauern, bis die neue einsatzfähige Kreditkarte bei uns wäre. Ohne Die könnten wir auch los, aber doch eher ungern.
 
Jochens Kreditkarte,- die "alte", jetzt nicht mehr einsatzfähig.
 
Am Montag waren wir bei der Filiale der Bank hier auf Langkawi, zu denen der Geldautomat in der Ferry-Station gehört. Die Karte war schon in der Filiale angekommen,- per Lochung von der Mannschaft, die den Automaten wieder mit Geld befüllt ungültig gemacht. Wenn man schnell genug ist und die Bank sofort von dem Einzug einer Karte erfährt, soll es möglich sein, sie unversehrt wieder zu bekommen. Das zumindest erzählte die freundliche Dame am Schalter. Wir waren natürlich zu spät, denn diese Möglichkeit wurde Jochen leider am Unglückstag am Telefon nicht mitgeteilt, als er die malaysische Bank anrief.
 
Nun läuft leider auch noch Anfang März unser Visum für Malaysia aus, und man muss mindestens sieben Tage außer Landes sein (wenn man drei Monate auf Langkawi war) um wieder ein Neues zu bekommen. Was also tun. Ohne die Karte lossegeln wollte Jochen nicht gern, die Möglichkeit wurde verworfen. Ein Besuch bei der Immigration zwecks außerplanmäßiger Verlängerung hatte nicht den erhofften Erfolg. Dafür müssten von der malaysischen Bank und von Jochen Dokumente und Erklärungen vorgelegt werden. Eine Verlängerung für vier Wochen würde dann evtl. gewährt, aber nicht mit Sicherheit. 
Wir überlegten nach Thailand zu segeln. Ao Chalong auf Phuket ist nur etwa 130sm entfernt und man kann zügig hin und her segeln oder dableiben. Ohne Visum ist in Thailand ein 30-Tage- Aufenthalt erlaubt (mit Visum 60Tage und einer Verlängerungsoption für weitere 30Tage). Aber per Boot wollten wir nicht gern hin, weil,- ja weil schon alles voller Getränke steht, auch alkoholische Getränke- zollfrei-. Und das könnte Probleme mit den Customs in Thailand geben.

Deshalb haben wir uns jetzt für einen Kurztrip nach Phuket per Flugzeug entschieden. Es ist keines unserer Traumziele aber schnell und sehr günstig erreichbar. Montag geht es los. Der Flug führt -wie wohl alle internationalen Flüge aus Malaysia- über die Hauptstadt Kuala Lumpur. Eine Woche später am 12.März fliegen wir zurück nach Langkawi und hoffen, dass die neue Kreditkarte dann schon da ist. Immerhin ist die wirklich schnell bei unserer deutschen Adresse angekommen und seit Mittwoch auf dem Weg hierher.

Ob dann allerdings das Wetter noch mitspielt und wir noch lossegeln können steht in den Sternen. Vielleicht hat der „Zaunpfahl“ für uns entschieden, dass wir eine Saison hierbleiben sollen, mal sehen...
 
 
 
 
 




Dienstag, 19. Februar 2019

Aufbruchstimmung gen Westen- weg aus Langkawi


Es hat schon wieder einen Unfall gegeben, diesmal nicht bei uns. Ein Techniker -ein Malaye- ist bei Arbeiten auf einem Boot unglücklich gestürzt und hat die schweren Kopfverletzungen nicht überlebt. Nun war das leider genau der Techniker, der in unserer Maschine noch den Impeller wechseln sollte. Das kann er jetzt ja nicht mehr und es scheint hier auch niemanden sonst zu geben, der diese Arbeit machen könnte. Bevor wir weitersegeln sollte dieses Teil aber zumindest begutachtet und eben evtl. auch ausgetauscht werden. Jochen versuchte sich nun selbst daran, einen neuen Impeller haben wir an Bord (wie so viele Ersatzteile). Los ging`s. An die Stelle heranzukommen, wo die Wasserpumpe mit dem Impeller sitzt, kann man am besten als Lilliputaner. Jochen ist aber nun mal keiner und muss sich ziemlich zusammenfalten, um die Stelle zu erreichen. Die Abdeckung an der Wasserpumpe Richtung Impeller abschrauben klappte ganz gut. Aber dann ist es quasi nicht möglich reinzusehen, also zu sehen, ob der Impeller noch gut ist oder schon in seine Einzelteile zerfällt. Für routinierte Techniker ist das alles kein Problem.

Der Neue

Jochen versuchte es zuerst per Spiegel, war aber keine gute Idee. Dann dachten wir daran Photos mit dem Smartphone zu machen. Dafür waren Jochens Hände aber zu groß. Meine sind kleiner und deshalb „durfte“ ich dann ran und an die Stelle kriechen,- und nach einigen vergeblichen Versuchen hatten wir ein brauchbares Photo vom eingebauten Impeller. Der zeigt noch keinerlei Abnutzung, hat noch alle „Zähnchen“ und keines davon ist rissig. Jochen befragte noch das Internet nach Impellerzuständen, um nichts falsch zu machen. Aber da alles gut aussieht, haben wir im Endeffekt alles so gelassen wie es ist, kein neuer Impeller.

Sieht noch gut aus

Ein weiteres Teil konnten wir hier endlich reparieren lassen. Schon seit längerem liegt unser Spi-Baum an Deck festgezurrt und hängt nicht mehr in seiner dafür eigentlich vorgesehenen Halterung am Mast. Die vordere Aufhängung ist verbogen. Passiert ist das Ganze bei einem vergeblichen Ausbaumversuch. Eine Metallwerkstatt hat dieses Teil gerichtet und jetzt endlich wird der Spi-Baum wieder an seinem Platz hängen.

 
 
                             Obere Bilder zeigen die verbogene Halterung. Da waren ziemlich starke
                             Kräfte am Werk. Der Metaller hat das ganze erhitzt, um es zu richten.


Der Bolzen steckte die ganze Zeit noch im Spinnakerbaum. Das er hohl ist wußten wir erst nachdem er rausgebohrt war.
 
 
 

Wir haben viel am Boot gearbeitet auf Langkawi, viel entrostet, auch einen Fäkalschlauch erneuert (eines von Jochens Lieblingsarbeiten) und neues Antifouling gemalt. Aber trotzdem konnten wir auch endlich mal öfter so richtig faul sein, Erholung von der vielen Reiserei. Wir sind schon Stammgast in Charlis Kneipe...


Ob diese "Konstruktion" hält wird sich noch zeigen
Wir hoffen auf weniger Roststellen an der Ankerhalterung.
 
Nun bereiten wir uns auf die Weiterfahrt vor. Das Boot steht wieder voller Wasserflaschen und den unvermeidlichen Bierdosen. Der letzte Großeinkauf steht noch bevor, für den wir uns nochmal ein Auto leihen. Jochen freut sich schon darauf, weil er eine neue Brille bekommt und dann bessersichtig durch die Gegend fahren kann. Außer Proviant kaufen wir dann auch Farbe für das Boot für spätere Reparaturarbeiten. Die sind hier sehr günstig zu bekommen,- 2-K-Weiß für das Deck und 2-K-Zink (Grundierung zum Farbaufbau für Stahlboote). Am Donnerstag soll die neue Brille fertig sein. Danach, ja danach wollen wir dann weitersegeln Richtung Westen. Geplantes Ziel sind die Seychellen und von dort weiter nach Mayotte und Südafrika. Ja- wir haben uns für die Route um Südafrika entschieden. War gar nicht so einfach- die Entscheidung. Angedacht war auch die Option evtl. ein weiteres Jahr in Malaysia und Umgebung zu verbringen, weil es hier soooo schön ist. Der Abschied wird noch schwer werden. Ob wir unterwegs dann doch noch in eine andere Richtung abbiegen, wird sich noch zeigen. Bis Victoria auf den Seychellen wären es von Langkawi aus etwa 2700sm.

Von dem chinesischen Neujahrsfest haben wir übrigens so gut wie nichts mitbekommen. Außer den vielen aufgehängten roten Lampions und roten Bändern gab es nichts zu sehen und auf Nachfragen reagierten die Malayen eher zurückhaltend. Scheinbar werden die chinesischen Touristenmassen hier nicht so gern gesehen, auch wenn sie viel konsumieren.





 


Montag, 28. Januar 2019

Antifouling malen auf der Insel Rebak


Mit etwas gemischten Gefühlen motorten wir am Samstag, es war der 13.Januar, vom Yacht Club in Kuah zur kleinen vorgelagerten Insel Rebak. Die Insel hatten wir ja schon bei einer Fahrt über Langkawi mit dem Leihauto per Fähre besucht und waren damals nicht besonders angetan von der fast bedrohlichen Stille hier. Wir waren gespannt, ob wir denn nun auch die erforderlichen Arbeiten wirklich reibungslos verrichten könnten und es keine Probleme mit dem Resort geben würde. Neben der Marina mit Hartplatz gibt es hier nämlich ein sehr schönes Urlaubsdomizil und die Gäste sollen hier die Ruhe genießen können. Aber alles zeigte sich dann ganz anders als erwartet und wir können nur jedem empfehlen, nach Rebak-Marina zu fahren.
 
 
 
 
Auf dem Weg nach Rebak kommt man auch am
Kreuzfahrtterminal auf Langkawi vorbei.
Der liegt auf der Westseite, bei Kuah, dem Hauptort
ist es zu flach für große Pötte.
 
Das Riesenportal, Eingang zum Resort auf Rebak
 
 
Marina- und Hartplatz- Lieger dürfen alles benutzen
was das Resort bietet
 
 
Mindestens einen Tag vor dem Krantermin soll man da sein. Von unserem Platz aus konnten wir den Kran mit Einfahrt gut sehen und uns schon überlegen, wie wir wohl reinfahren würden. Am nächsten Morgen ging es dann los. Ist ja jedesmal wieder spannend und auch jedesmal anders. Während unserer weiten Segeltour waren wir noch nie zweimal in der gleichen Werft. Das System hier hat uns gut gefallen, nur, dass Jochen rückwärts einfahren sollte, brachte ihm erstmal den Schweiß auf die Stirn, weil unser Stahlbomber so ungern rückwärts in die Richtung fährt, wohin er soll. Im Yacht Club in Kuah hatte Jochen glücklicherweise vor dem Krantermin noch unseren Propeller reinigen lassen und dadurch ließ sich das Boot jetzt besser manövrieren als wenn er bewachsen gewesen wäre. Das Wetter war ruhig, alles klappte gut. Überhaupt ist hier alles sehr gut geschützt. Die Marina liegt von höheren Hügeln umgeben in einem Kessel und beim Kranen gibt es nie unangenehmen Schwell. Noch vor zwölf Uhr stand unser Boot an Land und wir waren angenehm überrascht, wie gut das Unterwasserschiff aussah. Es lohnt sich eben doch besseres Antifouling in vielen Schichten zu streichen.
 
Hier sollen wir rückwärts rein
 
 
 
Man braucht keine eigenen Leinen-
von oben werden Festmacher vorn und hinten zugeworfen,
von Helfern oben wird das Boot in der Mitte gehalten und
dann hängt man auch schon in den Gurten.
(hinten rechts ist die schmale Einfahrt zur Marina)
 
Bevor es an Land geht dürfen Crew und Skipper hinten aussteigen.
 
 
 
Kaum an Land ging es los mit der Arbeit: schmirgeln, schleifen, putzen... Wir machten Lärm, wie all die anderen und kamen gut voran. Für die eine Woche, die wir an Land stehen wollten, hatten wir gut vorgesorgt und alles was man für`s Arbeiten braucht mitgebracht, auch Lebensmittel und Getränke (vor allem das für Jochen unvermeidliche Lebenselexier: Bier!). Einkaufen in Rebak geht nur sehr begrenzt, und sehr teuer. Fähren fahren häufig rüber nach Langkawi (dauert nur etwa zehn Minuten), aber von dem in der Einöde liegenden Fähranleger muss man entweder laufen oder per Taxi zur nächsten Einkaufsmöglichkeit fahren. Das wollten wir vermeiden und hatten deshalb vorgesorgt. Trotzdem blieb die Pantry die ganze Zeit unbenutzt, nur gefrühstückt wurde an Bord. Direkt neben dem Hartplatz liegt das „Hartdock-Cafe“ wo man ausgezeichnet günstig essen kann. Es ist sehr gemütlich und wir haben es täglich genutzt.
 
 
 
 
 
 
Der Chandler auf Rebak hat wenig an uns verdient. Wir hatten gehofft, dort neue Rumpfanoden kaufen zu können, aber er hat nur Megagroße, die bei uns nicht passen. Immerhin gab es eine Anode für unseren Propeller. Jetzt schwimmt unser Boot schon seit einer Woche wieder im Wasser und sieht richtig gut aus mit neu gemaltem Antifouling an der Wasserlinie. Den Rost an der Scheuerleiste und an Deck hatten wir schon vorher bekämpft, im Yacht Club in Kuah. Das ist wirklich ein immerwährender Kampf, denn wegen der unterschiedlichen Legierungen kommt es leider zumindest an der Scheuerleiste immer wieder zu Rostbildung.
 
Fertig
Sieht wieder richtig gut aus
Leider bleibt es nie lange so...
 
 
 
 
Wir liegen wieder im Royal Langkawi Yachtclub und warten noch auf das nächste große Event, das chinesische Neujahrsfest in der nächsten Woche, das auch hier gefeiert wird, -Chinesen gibt*s überall. Viele Boote rüsten sich schon für die Weiterfahrt, einige starten in dieser Woche.
 
 
 
 
 

Mittwoch, 9. Januar 2019

Vorbereitung zum Kranen auf Langkawi


Es hat einen kleinen Unfall gegeben. Nicht so schlimm, aber das Ergebnis ist eine längere Platzwunde über der linken Augenbraue und Abschürfungen der linken Gesichtshälfte. Auch das rechte Knie ist etwas lädiert. Dabei ging die Fahrt mit dem Roller zum Einkaufen so gut und vor allem schnell. Nicht mit einem Motorroller,- nein, mit unserem einzigen Hilfsgefährt, das wir zurzeit an Bord haben, unserem zusammenklappbaren, leicht zu tragenden Tretroller. Am letzten Sonntag hatten wir einen Krantermin und für die Arbeit am Unterwasserschiff fehlte noch ein Schmirgelaufsatz für die Bohrmaschine.
 
 
Mit so einem Teil haben wir sehr gute Erfahrungen beim Entrosten von Rumpf und Deck gemacht und wollten uns jetzt noch einen Neuen kaufen, denn ungebraucht ist natürlich effektiver. Und dabei -zum Glück bei der Rückfahrt vom Geräteladen (den Bohraufsatz hatte ich schon im Rucksack) ist es passiert. Ruckartig bremste das Rollergefährt und schon lag ich da, immerhin nicht auf der Straße, sondern auf dem Gehweg. Anfangs schien alles nicht so schlimm, ich konnte gleich wieder aufstehen und bis auf einen Riss der Hose am Knie war alles heil. Nur verteilte sich rote Körperflüssigkeit massiv auf meinen Händen als ich meine Stirn berührte, offensichtlich tropfte es vom Kopf. Ein Pack Taschentücher half beim Reinigen und nach etwas Druck auf die Stirn ließ auch der Blutstrom nach. Mit zerrissener Hose rollerte ich zurück zur Marina. Ein Blick in eine Autoscheibe als Spiegelersatz zeigte keine besondere Verletzung. Erst an Bord zeigte sich die etwas tiefere Platzwunde, die aber mit steriler Lage und Klebeband schnell versorgt war.
Morgen sollten wir zum Kranen, und zum Arbeiten am Unterwasserschiff wäre ich einsatzfähig. Alles hatten wir vorbereitet und in der Marina schon an Deck und am Rumpf die Rostflecken bekämpft. Blieb also nur noch Antifoulingstreichen. Den Termin hatten wir in der BV-Werft, nur zweieinhalb Meilen vom Yacht Club bei Kuah entfernt. Aber aus dem Kranen wurde nichts.
 
Es ist gerade Regattawoche und eigentlich hätten wir davon
nichts mitbekommen, wären wir auf der Werft gewesen.
 
Der Travellift der BV-Werft hat seinen Betrieb leider an einer Stelle mit praktisch ständig zuviel Seegang und zuviel Wind. Auch bei Stillwasser, wie vorgesehen, ist Kranen fast nie möglich. Beim Besuch der Werft und Absprache eines Termins Ende November letzten Jahres hatten wir leider den Travellift selbst nicht gesehen, und waren jetzt völlig überrascht als man uns abwies, obwohl noch vor zwei Tagen der Termin telefonisch bestätigt worden war. Unverrichteter Dinge und auch etwas erbost fuhren wir wieder zurück zu unserem Liegeplatz im Yachtclub. Über die Kransituation waren wir nicht informiert worden und überlegten, dass, selbst wenn wir dort an Land stehen würden evtl. auch ein wieder Reinkranen mit ziemlicher Zeitverzögerung erfolgen könnte. Das wollten wir nicht !! Denn es ist jetzt schon Anfang Januar und wir würden ein Zeitproblem bekommen, Segelsaison Richtung Westen ist jetzt. Nur,- wo sollten wir jetzt das Boot an Land stellen? Denn Antifouling muss unbedingt vor der Weiterfahrt neu gestrichen werden.
 
Buffet, nur für Regatta-Teilnehmer
der gesamte Swimmingpool der Marina ist mit Holz
abgedeckt worden, um Platz für die Tische zu schaffen.
 
 
 
 
 
 
 
BV-Werft kommt für uns nicht mehr in Frage und auf Langkawi bleibt dann eigentlich nur noch Rebak Marina mit seinem Hartplatz, denn Wavemaster ist auch ungeeignet, weil es hauptsächlich nur die sehr großen Boote (z.B. die Fähren) an Land stellt. Bliebe noch vielleicht die Werft PSS-Satun. Satun liegt nur etwa zwanzig Meilen von Langkawi entfernt in nordöstlicher Richtung und gehört schon zu Thailand. Einklarieren kann man dort auch. Aber die Kommentare zu dieser Werft, die man im Internet findet, sind längst nicht alle positiv.

Die Rebak-Marina hatte uns Ende letzten Jahres keine Hoffnungen auf einen Platz gemacht, alles sei voll. Uns hatte es dort bei einem Besuch der Insel mit der Fähre auch nicht besonders gut gefallen. Aber trotzdem versuchten wir es jetzt nochmal und hatten Glück! Tatsächlich haben wir schon am Sonntag, also eine Woche nach dem BV-Reinfall, einen neuen Krantermin auf der kleinen vorgelagerten Insel Rebak. Und in der sehr geschützten Marina mit Hartplatz gibt es wohl keine Probleme mit dem Travellift. Platzwunde und Abschürfungen konnten sich auch noch eine Woche erholen und etwas verheilen. Den Unterwasserschiffarbeiten steht also doch scheinbar nichts mehr im Weg.
 
Das neue Jahr fängt jetzt vielleicht doch gut an.

Allen viel Glück, Gesundheit und viel Erfolg 2019!!!!