Mittwoch, 9. August 2017

Raiatea- mit dem Auto unterwegs

 
Zwei ruhige Tage verbrachten wir in der Marina, die etwas abgelegen ca. vier Kilometer vom Hauptort Uturoa entfernt ist. Um mehr von der Insel zu sehen, wollten wir auch hier ein Auto mieten. In Richtung Uturoa gibt es mehrere Verleiher, auch am Flugplatz, der ungefähr auf der Hälfte zwischen Marina Apooiti und Uturoa liegt. Wir entschieden uns für den ersten Verleiher, nur zehn Minuten Fußweg von der Marina entfernt und gingen nicht bis zum Flugplatz. Ob es da einen günstigeren Preis für einen Leihwagen gibt, wagen wir zu bezweifeln. Wie auf Tahiti finden wir es ziemlich teuer. Für den nächsten Tag konnten wir eines der kleineren Autos bekommen, einen Twingo, für 6500 CPF (ca. 52Euro). So einen hatten wir bisher noch nie, und Jochen freute sich über die Wendigkeit des kleinen Gefährts, mit dem wir am Samstag über die Insel fuhren. Wie auf allen Inseln gibt es auch hier eine gut ausgebaute Küstenstraße. Es war nicht viel Verkehr und über Uturoa fuhren wir an der Ostseite Richtung Süden. Unser Ziel war die Hauptsehenswürdigkeit der Insel: das Marae von Taputapuatea, heiliges Zentrum der Maohi und Maori. Bevor wir dort waren ging es vorbei an der anderen Sehenswürdigkeit,- der Natur. Die ist hier ähnlich, wie auf den anderen gebirgigen Inseln und wir sind jedesmal fasziniert wie üppig und einfach hier alles wächst. Protzig stehen Bäume und Sträucher auch auf dem kleinsten Areal und ein schattiges Plätzchen gegen die heiße Sonne gibt es überall.

"Unser" kleines Auto für einen Tag.
Viel Vegetation. Uns gefällt auch die von Menschen gemachte
sehr schöne Bepflanzung der Straßenränder.

Dies ist wohl der höchste Berg mit 1017m, der Toomaru

 

 




 
 
 
Auf Raiatea gibt es den einzigen schiffbaren Fluss in Franz.Polynesien, den Faaroa, der an seiner Mündung eine große Bucht bildet. An den Ufern geht es sofort steil nach oben und man hat einen wunderbaren Blick auf den Fluss, die Lagune mit Riff und dem dahinter liegenden Pazifik. Leider ist in der Bucht der Zugang zum Wasser vom Land aus fast nicht möglich. Wir fanden nur eine einzige Stelle an der wir ans Ufer konnten und fühlten uns an Deutschland erinnert, wo auch der Zugang zum Wasser oft durch teure Grundstücke verwehrt ist.

Die Bucht an der Mündung des Faaroa.
 

Die Bucht mit Lagune, dem Riff und dahinter das offene Meer.

Fast jeder in den kleineren Orten, die es um die Insel verteilt am Küstenstreifen gibt, hat hier ein kleines Boot, um zum Fischen in die Lagune zu fahren oder entlegene Stellen am Ufer aufzusuchen. Die Insulaner haben eine eigene Art, ihr Boot abzustellen,- sehr wirksam gegen schnellen Bewuchs. Und viele, viele Kokospalmen gibt es hier, natürlich auch auf den anderen Inseln. Sie tragen ständig Früchte und aus Kopra, dem Inneren der reifen Kokosnus werden Seife, Öle und andere Kosmetika gemacht. Auf einer großen Fläche legt man das Kokosfleisch zum Trocknen aus,- bei Regen lässt sich das Ganze unter ein schützenden Dach schieben.





 


 
Bei Kilometer dreißig, -es wird immer vom Hauptort aus gerechnet-, haben wir das Marae von Taputapuatea erreicht und sind beeindruckt von der Größe der Anlage; es sollen drei Hektar sein. Auf dem Gelände stehen drei Marae,- es scheint, als wenn noch eines gerade von Archäologen ausgegraben wird. -Dies also ist das heilige Zentrum, das Zentrum eines sehr großen Areals des Pazifiks, der Kultur der Maohi und Maori. Das Gebiet wird auch als Octopus dargestellt mit Havai'i (=Raiatea) in der Mitte:
 
 
 

 
Eines der Marae auf dem sehr großen Gelände.
Aus dunklem Vulkangestein sind die Flächen und "Altarbereiche" der Marae gemacht.
 
Das Marae Hauviri. Der große Stein wurde benutzt als Thron und
als Messlatte für Krieger, die nur bei entsprechender Größe die Gemeinschaft nach außen 
 repräsentieren durften.
 
Dieses Marae liegt etwas abseits des Ufers der Lagune und soll für Pilger, Riten und 
Tanz des allgemeinen Volkes bestimmt gewesen sein.
 
Der Gott des Lebens und des Todes „Oro“ wurde hier verehrt, wohl auch andere Götter. Schon im Jahre 1000 n.Chr. wurde es eingerichtet und danach immer mehr erweitert. Neben Opfergaben an die Götter war es auch ein Platz, um sein Wissen weiterzugeben und mit anderen zu teilen, unter anderem über Ozeannavigation. Und um ein Marae auf einer der beteiligten anderen Inseln einzurichten, wurde ein „Stein“ aus Taputapuatea dorthin gebracht.  -Die Gemeinschaft zerbrach als während einer Zeremonie zwei der höchsten Priester getötet wurden. Erst 1995 (!) hat man versucht, diesen „Frevel“ wieder zu beheben,- so haben wir es zumindest gelesen.


Auf dem Gelände gibt es viele, viele Löcher auf die man nicht treten sollte weil ...

 
...diese niedlichen Tierchen darin wohnen.
Viel ließe sich über die "alte" Kultur berichten, die ja noch gar nicht so alt ist und scheinbar auch mancherorts weiterlebt. Erst vor 250Jahren kamen die Europäer und haben den Insulanern einen anderen Glauben gebracht. Auch deshalb sind viele der alten Kultstätten zerstört oder nur noch in Teilen vorhanden. Wir wollen kein Geschichtsbuch sein, diese Dinge lassen sich leicht im Internet finden und dort nachlesen.  -Nach Besichtigung dieses geschichtsträchtigen Ortes fuhren wir noch ein kurzes Stück weiter die Küste entlang in den Süden der Insel. Von dort führt eine gepflasterte Straße durch die "Berge" zurück zum Fluss Faaroa. Wieder an der großen Bucht des Flusses angekommen fuhren wir zurück nach Norden.

Der Berg Oropiro. Die Spitzen sind oft in Wolken gehüllt.

Es war jetzt erst kurz nach Mittag und wir wollten noch in Uturoa einkaufen,- und eine Pause wäre auch nicht schlecht. Den Einkaufszettel mit der Liste der Sachen, die wir noch für unsere Weiterfahrt brauchten hatten wir dabei und auf ging es in die Supermärkte Liaut und Champion. Der Kofferraum war danach ziemlich voll, Proviant für zwei Wochen für den Weg nach Tonga. Schon morgen wollten wir nach Bora Bora und nach kurzem Stopp gleich weiter. Doch es sollte anders kommen,- nur wussten wir das zu dem Zeitpunkt noch nicht, waren guter Dinge und freuten uns auf die Weiterfahrt.

Unseren Einkauf brachten wir erst an Bord, bevor wir noch einen kurzen Trip an die Westseite der Insel machten. Hier gibt es einige kleine Orte, ein paar kleine Hotels und viel Natur. Am späten Nachmittag waren wir wieder in der Marina Apooiti und hatten einen gemütlichen Abend an Bord eines befreundeten Bootes.

Bora Bora, schemenhaft im Dunst.








 
 

Freitag, 4. August 2017

Raiatea - das Kultzentrum


Der Name Raiateas in alter Zeit war Havai'i und es war DAS religiöse und politische Zentrum fast des ganzen Zentralpazifiks für die Vorfahren der heutigen Polynesier.
Es ist die zweitgrößte Insel nach Tahiti und bildet mit ihrer „Schwesterinsel“ Tahaa eine zusammenhängende Lagune.




Von Huahine aus konnten wir Raiatea, unser nächstes Ziel, immer schon im Dunst sehen und am ersten August segelten wir die kurze Strecke hinüber. Es sind nur etwa 20sm und erinnert etwas ans Ostseesegeln. Mehrere Inseln des FP-Archipels liegen hier in Sichtweite beieinander- Huahine, Raiatea, Tahaa und Bora Bora, sodass sich hier wohl auch aus diesem Grund mehrere Charterfirmen angesiedelt haben. Fare in Huahine liegt an der Westseite und der Pass Teavapiti durch den es in die Lagune auf Raiatea geht, ist auf der Ostseite. Man braucht also nicht erst um eine der Inseln herumzusegeln, um auf die Andere zu gelangen. Das Wetter war ruhig, und gemütlich segelten wir hinüber. Auf halber Strecke tauchte neben uns wieder einer der großen Wale auf, die wohl länger sind als unser Boot und jagte mir (Elke) wieder einen Schrecken ein. Aber er tauchte gleich wieder und blieb verschwunden.
Vor Raiatea angekommen motorten wir durch den Pass in die Lagune, an der rechts und links die Motus Ofetaro und Taoru liegen. Auf dem Größeren tummelten sich viele Schnorchler und Sonnenhungrige.



Raiatea.  Das Motu Ofetaro liegt rechts voraus.

 
Die Einfahrt ist gut betonnt. Hinter der grünen Tonne das Riff, das die Lagune schützt.

Ofetaro. Im Hintergrund die Schwesterinsel Tahaa.
Wir motorten am Hauptort Uturoa vorbei, konnten hier aber keinen geeigneten Liege- oder Ankerplatz finden und fuhren deshalb weiter die nördliche Küste entlang zur Marina Apooiti. Es war gerade kein Flugverkehr auf der Landebahn, die sich hier befindet, und ruhig ging es weiter durch die sehr gut betonnte Lagune Apooiti entgegen.Dort angekommen schnappten wir uns eine der Mooringbojen, die vor der Marina ausgelegt sind. Kaum eine halbe Stunde später kam der Hafenmeister per Dinghy angefahren und offerierte uns einen Liegeplatz für den nächsten Morgen in der Marina.- In einer Marina liegen mit einfach an Land gehen und mit Duschen hatte uns in Tahiti sehr gut gefallen und wir sagten zu.

 Manchmal stehen kleine Hütten auf einem Riff innerhalb einer Lagune.

Vor der Marina Apooiti.

Am nächsten Morgen warteten wir einige Zeit darauf, dass ein Boot den Hafen verlassen würde, das geschah aber nicht, so versuchten wir es per Funk. Der Hafenmeister meldete sich auch, aber wegen der Sprachprobleme verstand er uns nicht und wir ihn auch nicht. Unser Schulfranzösisch ist leider fast gänzlich aus unserem Gedächtnis verschwunden und der Hafenmeister spricht so gut wie kein Wort englisch. Kurz entschlossen motorte Jochen daraufhin in die Marina in Erwartung eines helfenden Hafenmeisters. Aber es kam keiner und wir fuhren gefrustet wieder raus. Die Plätze sind mit Charter-Katamaranen belegt und überhaupt ist es in der Marina klein und eng.
Jetzt schon mal unterwegs entschlossen wir uns weiter zu der Werft zu fahren, die nur etwa eine Meile weiter entfernt ist und auch eine Marina hat. Es soll die letzte Werft vor Neuseeland oder Australien sein.



 
Die kleine Marina der Werft.

Hier liegen auch Mooringbojen aus, aber der kleine Hafen war voll. Also wieder zurück zu „unserer“ Mooringboje vor der Marina Apooiti. Kaum hatten wir diese gegriffen kam wieder der Hafenmeister angefahren. „Wir sollten doch an den Visitors-Steg fahren“, bedeutete er uns. Den Platz dort hatten wir schon gesehen aber für zu kurz für uns befunden; denn ein Katamaran besetzte einen Teil der Mole. Der Hafenmeister war wieder weg und ließ einen nachdenklichen Jochen zurück. Er wollte es versuchen. Vorsichtig manövrierte er unser Boot an die Mole, aber ohne Bugstrahl und ohne Hilfe ist es nun mal nicht möglich unseren Stahlbomber an so eine Stelle zu bugsieren. Dreimal versuchte Jochen es bevor endlich der Hafenmeister kam, der unsere vergeblichen Versuche wohl doch bemerkt hatte und nun mit steinerner Miene unsere Leinen nahm,- weil er für solche Tätigkeiten wohl eigentlich überqualifiziert ist. Endlich lagen wir dort, wo wir hin sollten.

Ein paar Tage später hatten wir den Platz für uns allein.

Das Dinghy-Dock brauchten wir nicht.

 
Die Marina ist fast gänzlich mit Charter-Booten belegt.
Nur gegenüber des Visitor-Stegs gibt es einige Plätze für andere Boote.


Jetzt sind wir in der Marina Apooiti aber hier gibt es so gut wie nichts, außer Duschen. Das Restaurant ist geschlossen obwohl jetzt Hauptsaison ist und hier liegt auch (fast) kein anderer Segler mit dem man ein Pläuschchen halten könnte. Einen kleinen Laden gibt es zum Glück in etwa fünf Minuten Entfernung aber zum „richtigen“ Einkaufen ist es erheblich weiter und bis in den Hauptort Uturoa sind es vier Kilometer.



Bei Julien gibt es immerhin jeden Morgen leckeres Baguette.
Und Jochen kauft hier sein Bier. Auf den FP-Inseln gibt es überall günstiges Bier in Pfandflaschen.
In der Marina ist immerhin das Wasser umsonst und es gibt auch (ein ziemlich langsames) Wi-Fi. Das allerdings muss bezahlt werden. Wir kaufen uns immer ein Ticket für drei Stunden für 1000 CPF (= 8 Euro !); unsere Vodafone SIM-Karte funktioniert hier nicht,- sollte eigentlich gehen. (Wie schön war doch noch Huahine.)

Anfangs liefen wir zum Einkaufen etwa eine halbe Stunde in den nächsten größeren Laden. Von dort ist es nach Uturoa auch nicht mehr weit, und jetzt laufen wir manchmal bis Uturoa zu „Champion“, der das Angebot von Carrefour hat. Besser und einfacher ist es per Anhalter. Es gibt immer jemanden, der uns mitnimmt. Mit dem Linienbus fahren wir dann zurück und sind jedesmal für die Einheimischen etwas besonderes, denn es fährt hier wohl kaum ein Europäer mit dem Bus. Uns macht es großen Spaß, weil wir jedesmal in Kontakt mit einheimischen Menschen kommen, und das ist es was wir gern möchten.
In Uturoa übrigens gibt es eine Mole für Boote zum kurzzeitigen Anlegen. Einige liegen hier wohl auch länger aber man liegt sehr frei und das Boot ist direkt für jeden zugänglich.





 
Der Markt in Uturoa. Hier gibt`s auch leckeres Eis.
 



Nur sehr wenige Langzeitsegler sind hier und wir fragen uns, wo all die anderen geblieben sind, die wir unterwegs immer wieder gesehen haben. Vielleicht sind doch einige schon weitergesegelt. Das machen wir noch nicht. Erstmal wird die Insel erkundet.
 
 
 
 
 
 
 

Sonntag, 30. Juli 2017

Ade Tahiti - weiter nach Moorea und Huahine


Wir werden Tahiti sicherlich nie wiedersehen und müssen eine kleine Träne verkneifen als wir am Dienstag 25.Juli zur Nachbarinsel Moorea starten. Moorea liegt in Sichtweite Tahitis, und zu den zwei schönen Ankerbuchten im Norden, Opunohu- und Cook-Bay, sind es nur etwa 20sm. Gegen elf Uhr Ortszeit legen wir ab und segeln bei schönstem Wetter hinüber. Auch der Pazifik zeigt sich ruhig auf der kurzen Strecke, und am Nachmittag laufen wir in die Opunohu-Bucht ein. Die Einfahrt durch den Pass ist, wie überall in Franz.Polynesien, gut betonnt. Viele Boote ankern gleich hinter dem Riff kurz nach der Einfahrt, wir aber wollen weiter in die Bucht hineinfahren.

Moorea
Am rechten Bildrand die Einfahrt zur Bucht Opunohu.
Vor den ankernden Booten das Riff.
 
Am Ende angekommen liegen dort nur zwei andere Boote und es scheint hier außer viel Natur nichts weiter zu geben. Zwei Stunden genießen wir die nachmittägliche Ruhe, dann gehen die zwei anderen Boote ankerauf und prompt liegen wir ganz allein in der Bucht. Das ist uns nun doch ein bisschen zu einsam und so gesellen wir uns zu den ankernden Booten gleich hinter dem Riff an der Einfahrt zur Bucht.

Die Berge Mooreas zeigen sich überwältigend schön. Leider hat das den Effekt, dass es zu heftigen Fallwinden kommt, die von den Hängen herabwehen, aber der Anker hält. Die meisten lassen sich davon nicht beeindrucken und fahren trotzdem per Dinghy näher zum Riff, um zu schnorcheln.

 
Gleich am nächsten Tag weiter nach Huahine.
Moorea versinkt im Dunst.


Schon am nächsten Tag wollten wir weiter zur Insel Huahine. Die liegt etwa 95sm von Moorea entfernt, und um dort am folgenden Morgen anzukommen legten wir auf Moorea am frühen Nachmittag ab. Die Fallböen hatten nachgelassen und wir glaubten schon, der Wetterbericht hätte sich geirrt und „draußen“ wäre es übler als angekündigt. Aber dann zeigten sich Meer und Wind doch relativ ruhig. Bei etwa vier Beaufort segelten wir entspannt unseren Kurs, bis der Wind immer mehr einschlief, sodass wir gegen Mitternacht die Segel bargen und motorten. Erst am Morgen, schon in Sichtweite der Insel, nahm der Wind wieder zu und wir konnten die restliche Strecke wieder segeln.

Unsere nächste Insel, Huahine.
Der Hauptort Fare auf Huahine liegt auf der Westseite. Der Weg dorthin führt außen am Riff entlang. Doch wer will kann auch im Osten in einen Pass einfahren und dann innerhalb des Riffs motoren oder segeln, denn es ist möglich, fast ganz innerhalb des Riffs um die Insel herumzufahren. Wir nahmen den Weg außen am Riff entlang -und wären fast mit einem Buckelwal kollidiert. Zuerst sah es aus als wenn ein dunkles unbemanntes niedriges Boot plötzlich vor uns schwamm. Aber dann sahen wir, dass es ein Wal war, ein ziemlich großer. Er schwamm links an uns vorbei und tauchte dann. Das Whale-Watching, das hier ständig angepriesen wird, ist also wirklich möglich.

 

Kurz nach diesem Erlebnis liefen wir in den Pass Richtung Fare ein. Vor dem Ort liegen einige Mooringbojen aus, wohl wegen der Tiefe. Wir griffen uns Eine und freuten uns, nicht ankern zu müssen. Huahine zeigte sich als Glücksgriff: außer Chandler gibt es im Ort alles was man braucht und dazu einen guten Dinghy-Steg. Gleich am Ort gibt es Strände und Riffe laden zum Schnorcheln ein. Der einzige Wermutstropfen sind die Fallwinde die heftigst von den Bergen wehen.

Unser Boot an der Mooringboje.
Auch hier ist das Wasser glasklar und Schnorcheln wunderbar. 



In dem kleinen Ort Fare gibt es alles was man braucht.
Dieses schöne Gebäude ist die Post.
 
Fare hat zwei Tankstellen, Boutiquen, auch ein Hotel, das sich -verborgen in hohen Pflanzen- in die Landschaft einfügt mit eigenem Strand und ist trotzdem ruhig und touristisch nicht überlaufen.

 
Diesen riesigen Supermarkt gibt es hier auch
und als Segler kann man sich deshalb sehr gut versorgen.
 

Huahine sieht aus wie viele dieser wildzerklüfteten Inseln, die von Vulkanen geschaffen sind. Aber auch Huahine wird versinken und wie auf den Tuamotus wird nur ein Riff um eine Lagune bleiben. Aber das liegt in fernster Zukunft, denn die „Sinkgeschwindigkeit“ soll nur etwa ein Zentimeter in hundert Jahren sein. Noch gibt es Huahine so wie wir es gesehen haben und für uns ist es eine der schönsten Inseln bisher auf unserer Fahrt.







 




Sonntag, 23. Juli 2017

Inseltour Tahiti


Wir können uns nur schwer von Tahiti trennen, und bevor wir zur Weiterfahrt starten machen wir doch noch die Rundtour mit dem Leihwagen um die Insel. Den günstigsten Leihwagen soll es gegenüber des Flughafens geben, so hat uns der Hafenmeister erzählt. Trotzdem ist es das bisher teuerste Gefährt, das wir leihen und reiht sich damit ein in das hochpreisige Franz.Polynesien. Los geht es früh am Morgen, schon um halb acht bekommen wir das Auto. Vom Flugplatz aus fahren wir zurück Richtung Papeete auf den Boulevard Pomare, benannt nach einer der letzten Königinnen Tahitis, der direkt an der Stadtmarina vorbeiführt und dann weiter rechts herum im Uhrzeigersinn um die Insel. Zuerst geht es zum Grabmal des letzten Herrschers der Pomare-Dynastie, Pomare V, und dann weiter zum Venus Point, wo James Cook sein kleines Observatorium baute, um den Venusdurchgang vor der Sonne zu beobachten.


 
Die Bucht von Matavai


Das kleine Denkmal für Cooks Observatorium.
Dahinter -eingezäunt- ein Denkmal für einige der ersten Missionare auf Tahiti.

Wie sich herausstellt ist dieser Ort sehr geschichtsträchtig, nicht nur wegen Cook. In dieser Bucht -die Bucht von Matavai- ankerte auch William Bligh mit der Bounty. Und seit einiger Zeit steht hier ein Gedenkstein auf dem Name und jeweiliger Rang der gesamten Mannschaft des Schiffes aufgeführt sind.
 
 


Die Besatzung der "Bounty"

Der Leuchtturm am "Venus Punkt"
 
Der Leuchtturm von 1867 ist das größte Bauwerk an diesem Punkt und immer noch in Gebrauch. Er soll vom Vater des Schriftstellers Stevenson entworfen worden sein. (Sein Sohn schrieb „Die Schatzinsel“- kennt bestimmt jeder, das Buch und vielleicht auch den wundervollen Film als Vierteiler vor Weihnachten vor langer Zeit...).
Wir fahren weiter an der grandiosen Landschaft vorbei, dürfen aber leider nicht mit unserem Auto in die Berge. Die wenigen Bergstraßen sind wohl nur schwer befahrbar, doch leider hat uns die Autovermietung das erst mitgeteilt als wir den Wagen übernommen haben. Trotzdem sehen wir viel von der Insel und endlich auch alte Kultstätten der Tahitianer,- die Marae.

Am Eingang zum "Marae Arahurahu".
Die großen Götterfiguren wurden wohl nur bei religiösen Zeremonien aufgestellt.


Die Kultstätte. Der "Altar" am hinteren Ende durfte nur von ausgewählten Personen betreten werden.
Rechts steht mittig ein "Tisch" auf dem den Göttern Opfergaben dargeboten wurden.


Und immer wieder die grandiose Natur...
Bei der Farnhöhe von Mara´a



Im Museum de Tahiti et des Iles lernen wir noch einiges über die Natur- und Kulturgeschichte Franz.Polynesiens. Das Museum liegt in einem sehr schönen Park, direkt am Wasser mit Aussicht auf die Nachbarinsel Moorea.


Im Park vor dem Museum mit Aussicht auf die Nachbarinsel Moorea.

Vor dem Museum liegt dieser Anker, den Cook in der Bucht von Tautira auf Tahiti Iti verloren haben soll.
Die Bucht vor Tautira auf der kleinen Halbinsel Tahiti Iti.


Viele bekannte „alte“ Seefahrer waren auf Tahiti und wie so oft bewundern wir ihre Navigationskunst. Einen geeigneten Ankerplatz zu finden und vor allem heil durch das Riff auf den Ankerplatz einzufahren war bestimmt nicht immer einfach.

Wir umrunden ganz Tahiti (Tahiti Nui) und befahren die kleine Halbinsel Tahiti Iti so weit es geht, insgesamt sind es etwa 114km. In ein paar Tagen werden wir Tahiti verlassen und weitersegeln Richtung Westen.



 

Sonntag, 16. Juli 2017

Entspannen auf Tahiti


Wir sind wieder gesund. Auch Jochen kann wieder alles essen und trinken und füllt seine Speicher wieder auf, nachdem er in den letzten Wochen etwas Gewicht verloren hat. Die Lebensgeister kommen zurück und wir entspannen uns auf Tahiti. Jetzt sind wir schon seit einigen Wochen in der Marina Papeete, und hier fühlt man sich wie in Europa: viele Menschen, Geschäfte, Restaurants und Verkehrslärm. Dabei ist der Ort nicht groß und wir staunen über die vielen Autos, die den Boulevard ständig befahren,- wohl weil es die Hauptverkehrsstraße ist, die um die ganze Insel führt. Es gibt hier so ziemlich alles zu kaufen, was man braucht obwohl fast alles hierher transportiert werden muss. An der etwas entfernt gegenüber der Marina liegenden großen Mole auf „Motu Uta“ sehen wir oft Frachter,- und Flugzeuge starten und landen ständig auf dem nahen Flugplatz. Aber die Hektik der Stadt stört uns nicht. Wir genießen es, uns wieder einmal (fast) wie in Europa zu fühlen.
 

Wir sehen oft "Hamburg Süd"-Container auf Tahiti

250 Jahre ist es her, das Samuel Wallis als erster Europäer 1767 Tahiti betrat. 1768 kam mit Bougainville der erste Franzose und nach einigem hin und her und leider auch kriegerischen Auseinandersetzungen wurden Tahiti und viele der umliegenden Inseln französisch. Seit einiger Zeit wird franz. Polynesien mehr von Frankreich unterstützt. Es gibt einen franz. Hochkommisar, der alles überregionale regelt. Die Region selbst ist autonom seit etwa 30 Jahren mit gewähltem Präsidenten und gehört leider nicht so ganz zur EU. Die Engländer hatten doch wohl kein großes Interesse an Tahiti und den umliegenden Inseln, trotz Cook und Bligh.

 

Bougainville wird mit einem Denkmal geehrt




Auch wenn der Einfluss Frankreichs überall zu spüren ist wird die Tradition gepflegt- und das eben auch in der Sprache. Wohl fast alle Einheimischen sprechen neben französisch auch den tahitianischen Dialekt. Die Tradition wird gepflegt. Viele haben polynesische Tattoos und Frauen tragen Blumenkränze als Kopfschmuck.



 Alljährlich gibt es im Juli/August das große Festival, wo Tanz- Gesangs- und „Sport“gruppen im Wettbewerb stehen und ihr Können zeigen. So gesehen hat unsere Krankheitsphase doch etwas Gutes; denn wir hätten vom „Heiva i Tahiti“ nichts gesehen und wären wohl schon wieder davongesegelt. Leider, leider waren sämtlichst während der Vorstellung der Tanz- und Gesangstruppen Foto- und Filmaufnahmen verboten. Nur professionelle Aufnahmen mit entsprechenden Kameras werden gemacht.

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Nur ein Foto vom Eingang zur abendlichen Veranstaltung ist erlaubt.


Die "Arena" am Tag.
Auf der Bühne waren abends die Trommler und davor auf der Fläche die Tänzer.


Die Vorstellung, die wir nach einigem Warten im Zuschauerraum vorgeführt bekamen war atemberaubend. Auf der Bühne trommelten in mehreren Reihen traditionell gekleidete Männer für die Tänzer auf der davor gelegenen großen Fläche. Und auf dieser Fläche war unglaublich viel los: wir haben mehr als hundert -wirklich mehr als hundert- Tänzerinnen und Tänzer gezählt, die- alle traditionell gekleidet- eine Geschichte von Liebe und Tod tanzten...

Ein kleiner "Schnappschuss".