Montag, 28. Januar 2019

Antifouling malen auf der Insel Rebak


Mit etwas gemischten Gefühlen motorten wir am Samstag, es war der 13.Januar, vom Yacht Club in Kuah zur kleinen vorgelagerten Insel Rebak. Die Insel hatten wir ja schon bei einer Fahrt über Langkawi mit dem Leihauto per Fähre besucht und waren damals nicht besonders angetan von der fast bedrohlichen Stille hier. Wir waren gespannt, ob wir denn nun auch die erforderlichen Arbeiten wirklich reibungslos verrichten könnten und es keine Probleme mit dem Resort geben würde. Neben der Marina mit Hartplatz gibt es hier nämlich ein sehr schönes Urlaubsdomizil und die Gäste sollen hier die Ruhe genießen können. Aber alles zeigte sich dann ganz anders als erwartet und wir können nur jedem empfehlen, nach Rebak-Marina zu fahren.
 
 
 
 
Auf dem Weg nach Rebak kommt man auch am
Kreuzfahrtterminal auf Langkawi vorbei.
Der liegt auf der Westseite, bei Kuah, dem Hauptort
ist es zu flach für große Pötte.
 
Das Riesenportal, Eingang zum Resort auf Rebak
 
 
Marina- und Hartplatz- Lieger dürfen alles benutzen
was das Resort bietet
 
 
Mindestens einen Tag vor dem Krantermin soll man da sein. Von unserem Platz aus konnten wir den Kran mit Einfahrt gut sehen und uns schon überlegen, wie wir wohl reinfahren würden. Am nächsten Morgen ging es dann los. Ist ja jedesmal wieder spannend und auch jedesmal anders. Während unserer weiten Segeltour waren wir noch nie zweimal in der gleichen Werft. Das System hier hat uns gut gefallen, nur, dass Jochen rückwärts einfahren sollte, brachte ihm erstmal den Schweiß auf die Stirn, weil unser Stahlbomber so ungern rückwärts in die Richtung fährt, wohin er soll. Im Yacht Club in Kuah hatte Jochen glücklicherweise vor dem Krantermin noch unseren Propeller reinigen lassen und dadurch ließ sich das Boot jetzt besser manövrieren als wenn er bewachsen gewesen wäre. Das Wetter war ruhig, alles klappte gut. Überhaupt ist hier alles sehr gut geschützt. Die Marina liegt von höheren Hügeln umgeben in einem Kessel und beim Kranen gibt es nie unangenehmen Schwell. Noch vor zwölf Uhr stand unser Boot an Land und wir waren angenehm überrascht, wie gut das Unterwasserschiff aussah. Es lohnt sich eben doch besseres Antifouling in vielen Schichten zu streichen.
 
Hier sollen wir rückwärts rein
 
 
 
Man braucht keine eigenen Leinen-
von oben werden Festmacher vorn und hinten zugeworfen,
von Helfern oben wird das Boot in der Mitte gehalten und
dann hängt man auch schon in den Gurten.
(hinten rechts ist die schmale Einfahrt zur Marina)
 
Bevor es an Land geht dürfen Crew und Skipper hinten aussteigen.
 
 
 
Kaum an Land ging es los mit der Arbeit: schmirgeln, schleifen, putzen... Wir machten Lärm, wie all die anderen und kamen gut voran. Für die eine Woche, die wir an Land stehen wollten, hatten wir gut vorgesorgt und alles was man für`s Arbeiten braucht mitgebracht, auch Lebensmittel und Getränke (vor allem das für Jochen unvermeidliche Lebenselexier: Bier!). Einkaufen in Rebak geht nur sehr begrenzt, und sehr teuer. Fähren fahren häufig rüber nach Langkawi (dauert nur etwa zehn Minuten), aber von dem in der Einöde liegenden Fähranleger muss man entweder laufen oder per Taxi zur nächsten Einkaufsmöglichkeit fahren. Das wollten wir vermeiden und hatten deshalb vorgesorgt. Trotzdem blieb die Pantry die ganze Zeit unbenutzt, nur gefrühstückt wurde an Bord. Direkt neben dem Hartplatz liegt das „Hartdock-Cafe“ wo man ausgezeichnet günstig essen kann. Es ist sehr gemütlich und wir haben es täglich genutzt.
 
 
 
 
 
 
Der Chandler auf Rebak hat wenig an uns verdient. Wir hatten gehofft, dort neue Rumpfanoden kaufen zu können, aber er hat nur Megagroße, die bei uns nicht passen. Immerhin gab es eine Anode für unseren Propeller. Jetzt schwimmt unser Boot schon seit einer Woche wieder im Wasser und sieht richtig gut aus mit neu gemaltem Antifouling an der Wasserlinie. Den Rost an der Scheuerleiste und an Deck hatten wir schon vorher bekämpft, im Yacht Club in Kuah. Das ist wirklich ein immerwährender Kampf, denn wegen der unterschiedlichen Legierungen kommt es leider zumindest an der Scheuerleiste immer wieder zu Rostbildung.
 
Fertig
Sieht wieder richtig gut aus
Leider bleibt es nie lange so...
 
 
 
 
Wir liegen wieder im Royal Langkawi Yachtclub und warten noch auf das nächste große Event, das chinesische Neujahrsfest in der nächsten Woche, das auch hier gefeiert wird, -Chinesen gibt*s überall. Viele Boote rüsten sich schon für die Weiterfahrt, einige starten in dieser Woche.
 
 
 
 
 

Mittwoch, 9. Januar 2019

Vorbereitung zum Kranen auf Langkawi


Es hat einen kleinen Unfall gegeben. Nicht so schlimm, aber das Ergebnis ist eine längere Platzwunde über der linken Augenbraue und Abschürfungen der linken Gesichtshälfte. Auch das rechte Knie ist etwas lädiert. Dabei ging die Fahrt mit dem Roller zum Einkaufen so gut und vor allem schnell. Nicht mit einem Motorroller,- nein, mit unserem einzigen Hilfsgefährt, das wir zurzeit an Bord haben, unserem zusammenklappbaren, leicht zu tragenden Tretroller. Am letzten Sonntag hatten wir einen Krantermin und für die Arbeit am Unterwasserschiff fehlte noch ein Schmirgelaufsatz für die Bohrmaschine.
 
 
Mit so einem Teil haben wir sehr gute Erfahrungen beim Entrosten von Rumpf und Deck gemacht und wollten uns jetzt noch einen Neuen kaufen, denn ungebraucht ist natürlich effektiver. Und dabei -zum Glück bei der Rückfahrt vom Geräteladen (den Bohraufsatz hatte ich schon im Rucksack) ist es passiert. Ruckartig bremste das Rollergefährt und schon lag ich da, immerhin nicht auf der Straße, sondern auf dem Gehweg. Anfangs schien alles nicht so schlimm, ich konnte gleich wieder aufstehen und bis auf einen Riss der Hose am Knie war alles heil. Nur verteilte sich rote Körperflüssigkeit massiv auf meinen Händen als ich meine Stirn berührte, offensichtlich tropfte es vom Kopf. Ein Pack Taschentücher half beim Reinigen und nach etwas Druck auf die Stirn ließ auch der Blutstrom nach. Mit zerrissener Hose rollerte ich zurück zur Marina. Ein Blick in eine Autoscheibe als Spiegelersatz zeigte keine besondere Verletzung. Erst an Bord zeigte sich die etwas tiefere Platzwunde, die aber mit steriler Lage und Klebeband schnell versorgt war.
Morgen sollten wir zum Kranen, und zum Arbeiten am Unterwasserschiff wäre ich einsatzfähig. Alles hatten wir vorbereitet und in der Marina schon an Deck und am Rumpf die Rostflecken bekämpft. Blieb also nur noch Antifoulingstreichen. Den Termin hatten wir in der BV-Werft, nur zweieinhalb Meilen vom Yacht Club bei Kuah entfernt. Aber aus dem Kranen wurde nichts.
 
Es ist gerade Regattawoche und eigentlich hätten wir davon
nichts mitbekommen, wären wir auf der Werft gewesen.
 
Der Travellift der BV-Werft hat seinen Betrieb leider an einer Stelle mit praktisch ständig zuviel Seegang und zuviel Wind. Auch bei Stillwasser, wie vorgesehen, ist Kranen fast nie möglich. Beim Besuch der Werft und Absprache eines Termins Ende November letzten Jahres hatten wir leider den Travellift selbst nicht gesehen, und waren jetzt völlig überrascht als man uns abwies, obwohl noch vor zwei Tagen der Termin telefonisch bestätigt worden war. Unverrichteter Dinge und auch etwas erbost fuhren wir wieder zurück zu unserem Liegeplatz im Yachtclub. Über die Kransituation waren wir nicht informiert worden und überlegten, dass, selbst wenn wir dort an Land stehen würden evtl. auch ein wieder Reinkranen mit ziemlicher Zeitverzögerung erfolgen könnte. Das wollten wir nicht !! Denn es ist jetzt schon Anfang Januar und wir würden ein Zeitproblem bekommen, Segelsaison Richtung Westen ist jetzt. Nur,- wo sollten wir jetzt das Boot an Land stellen? Denn Antifouling muss unbedingt vor der Weiterfahrt neu gestrichen werden.
 
Buffet, nur für Regatta-Teilnehmer
der gesamte Swimmingpool der Marina ist mit Holz
abgedeckt worden, um Platz für die Tische zu schaffen.
 
 
 
 
 
 
 
BV-Werft kommt für uns nicht mehr in Frage und auf Langkawi bleibt dann eigentlich nur noch Rebak Marina mit seinem Hartplatz, denn Wavemaster ist auch ungeeignet, weil es hauptsächlich nur die sehr großen Boote (z.B. die Fähren) an Land stellt. Bliebe noch vielleicht die Werft PSS-Satun. Satun liegt nur etwa zwanzig Meilen von Langkawi entfernt in nordöstlicher Richtung und gehört schon zu Thailand. Einklarieren kann man dort auch. Aber die Kommentare zu dieser Werft, die man im Internet findet, sind längst nicht alle positiv.

Die Rebak-Marina hatte uns Ende letzten Jahres keine Hoffnungen auf einen Platz gemacht, alles sei voll. Uns hatte es dort bei einem Besuch der Insel mit der Fähre auch nicht besonders gut gefallen. Aber trotzdem versuchten wir es jetzt nochmal und hatten Glück! Tatsächlich haben wir schon am Sonntag, also eine Woche nach dem BV-Reinfall, einen neuen Krantermin auf der kleinen vorgelagerten Insel Rebak. Und in der sehr geschützten Marina mit Hartplatz gibt es wohl keine Probleme mit dem Travellift. Platzwunde und Abschürfungen konnten sich auch noch eine Woche erholen und etwas verheilen. Den Unterwasserschiffarbeiten steht also doch scheinbar nichts mehr im Weg.
 
Das neue Jahr fängt jetzt vielleicht doch gut an.

Allen viel Glück, Gesundheit und viel Erfolg 2019!!!!