Samstag, 21. März 2015

Markt in Cabedelo


Nicolas, einer der Leiter der Marina erzählte uns vom Markt in Cabedelo. Der soll sehr sehenswert sein und es gibt ihn jeden Samstag. Das Wetter war zwar nicht besonders (es regnete) aber trotzdem fuhren wir hin. Wegen des Regens waren viele Stände mit Planen abgedeckt aber teilweise befindet sich der Markt auch in einem „festen“ Gebäude.
 
 

Es gibt jede Menge Obst und Gemüse zu kaufen, aber auch andere Sachen die man so braucht, z.B. Töpfe, Pfannen oder auch Batterien.
 
 

Jochen kaufte sich ein Huhn- also ein schon geschlachtetes Huhn. Lebend bekommt man die hier auf dem Markt auch. Das Huhn war gerupft und sah kochfertig aus-, wie sich aber später herausstellte war es noch nicht ausgenommen. Jochen nahm es gelassen, schließlich nimmt er auch jeden Fisch aus und auch ein Huhn kann ihn nicht erschüttern.

Die nächsten drei Tage gab es Hühnchen- nur für Jochen. Ich konnte mich nicht durchringen zu essen, da blieb ich doch Vegetarier.


ein Riesenhuhn im Topf

Im Marktgebäude im ersten Stock wurde kräftig musiziert und gegessen. Wir genossen ein Bier nachdem wir der Kellnerin begreiflich machen konnten, was wir wollten. Die Sprache ist hier immer wieder ein Problem: kein Einziger spricht hier englisch und auch sonst bemüht man sich offensichtlich, uns nicht zu verstehen.
 
 
die Markt-Combo
Bier für den großen Durst
 


Freitag, 20. März 2015

Ausflug nach Joao Pessoa


Ausflug nach Joao Pessoa

Überall wo wir sind, fahren wir ja gern mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Und auch hier kommt man überall hin mit dem Bus. Die nächstgrößere Stadt Joao Pessoa liegt etwa 10 km von der Marina entfernt. Von Jacaré aus zieht sich ein langer Strand an der Atlantikseite bis dorthin, und parallel dazu führt eine Schnellstraße direkt in den historischen Teil der Stadt. Den wollten wir natürlich gern sehen und los ging es per Bus.

Was wir dann sahen enttäuschte uns ein wenig und wir begnügten uns damit die Igreja San Francisco zu besichtigen. Es gab gerade eine Führung- leider auf portugiesisch- aber wir gingen trotzdem zusammen mit der Gruppe durch die Räume.

 



Wieder draußen gab es eine Erfrischung, die wir bisher noch nicht kannten:


eine Kokosnuss wird angebohrt
 
 

die längst fällige Erfrischung

 
Bevor wir einen Bus zurück erwischten gab es einen heftigen Wolkenbruch, der die Kanalisation etwas überforderte- es ist ja gerade Regenzeit; aber es regnet nicht besonders häufig. Wenn es dann aber regnet, schüttet es wie aus Eimern.


 

Samstag, 14. März 2015

Der Morgen danach



Nach ausgiebigem Essen und ebensolchem Weingenuss freuen wir uns auf „mal wieder so richtig durchschlafen“. Leider wird daraus nichts; der Körper kann doch nicht so schnell zwischen 1,2 oder 3 stündigem Schlaf-Wach-Rhythmus und „Langschläfer“ umschalten, und so stehen wir beide im Morgengrauen senkrecht im Bett. 10 Minuten später erfüllt der aromatische Duft frischen Filterkaffees das Schiff und noch 5 Minuten weiter sitzen wir mit unserer Kaffeetasse im Cockpit und genießen den Morgen.
 
 
frischer Kaffee am frühen Morgen
 
 
 Außer uns sind nur noch einige uns unbekannte Wasservögel und einige Flussfischer unterwegs. Die Fischer legen ihre Netze von Hand aus und umkreisen sie danach, während sie mit langen Stöcken mit möglichst viel Lärm und Getöse auf's Wasser schlagen, wohl um die Fische in ihre Netze zu treiben.
 


Kurze Zeit später erscheint wie von Geisterhand getrieben eine Rinderherde am Strand. Alles zusammen sorgt für eine Morgenstimmung, die wir so schnell nicht vergessen werden.




Von unserem Ziel, der Marina Jacarè Village, trennen uns jetzt nur noch wenige Meilen. Hier in der Flussmündung hat allerdings die Tide das Sagen, und so müssen wir auf den Nachmittag warten, bis wir die letzten 5 sm in doch eher flachem Wasser hinter uns bringen können. Unterwegs, im Hafengebiet von Cabedelo, überkommen uns dann plötzlich Heimatgefühle: am Ufer sehen wir einige Container von „Hamburg-Süd“, die sind uns auf unserer Reise bisher fast überall begegnet und erinnern uns an unseren Heimathafen.



ein Stück Heimat
 

Wir tasten uns weiter langsam flussauf, immer mit einem Auge auf dem Lot, das Tiefen zwischen 2,5-4,5 m anzeigt. Dann ist es endlich soweit: hinter einer Flussbiegung kommen Masten in Sicht, und wenige Minuten danach machen wir am Welcome-Pontoon fest. Ein paar nette spanische Segler helfen uns dabei. Kurze Zeit später sind dann auch die Marineros am Steg und weisen uns freundlich aber bestimmt an, wie wir unser Schiff mit zwei weiteren Moorings festmachen sollen. Und nun der große Moment; nach vielen hundert Seemeilen schwankendem Schiff, nun, nach einem beherztem Schritt auf den Steg, wieder festen Boden unter den Füßen. Die ersten Schritte sehen sicher irgendwie nach 2 Promille aus, aber ich gewöhne mich daran schneller als erwartet, gehe zum Marina-Gebäude mit Büro, Sanitäranlagen, Restaurant, Bibliothek und Fitness-Raum und lerne dort die Marina-Crew kennen, die in den folgenden Wochen für einen angenehmen Aufenthalten sorgen wird.
 
 


Mittwoch, 11. März 2015

Atlantik

Cap Verden nach Brasilien  24.2. - 11.3. 2015

Im Hafen von Mindelo steht fast ständig ein starker Schwell, der gemeinsam mit den zeitweise recht heftigen Böen zu nervigen Schiffsbewegungen am Steg führt. Die Entscheidung abzulegen fällt deshalb nicht schwer und so richteten wir unseren Blick verstärkt auf den Wetterbericht. Nach einigen Tagen „warten“ erscheinen dann am Ende des Vorhersagezeitraumes einige Tage mit weniger Wind. Den ersten dieser Tage wollen wir noch verstreichen lassen, damit sich der Schwell noch etwas beruhigt, und am zweiten Tag soll's dann losgehen, Dienstag, 24 Februar  2015.

Wir sind natürlich mächtig aufgeregt – unsere erste Atlantiküberquerung steht an – und so merken wir kaum, dass der Wetterbericht irrt. Einige Böen und die dazugehörigen Wellen halten wir für lokale Erscheinungen und so legen wir trotzdem ab, nach einem, wegen des Windes nicht ganz einfachen Besuchs bei der Tankstelle.

Schon einige Seemeilen nach der Hafenausfahrt nimmt der Wind und der Seegang weiter zu und wir finden uns mal wieder unter Bedingungen wieder, die wir so gar nicht mögen: Wind bis 40 Knoten und mehrere Meter hoher Seegang, recht chaotisch, da Windwelle und alter Schwell aus unterschiedlichen Richtungen kommen. Wir durchsegeln die Nacht unter einem kleinen ausgebaumten Fetzen Vorsegel auf Raumschotskurs und erst am nächsten Tag lässt der Wind langsam nach und erinnert sich daran, dass er eigentlich ein zahmer Passatwind ist. Der Seegang bleibt uns noch etwas länger erhalten und sorgt dafür, dass Vitania immer wieder von heftigen Brechern durchgeschüttelt wird und so peu à peu die neue blaue Farbe am Rumpf wieder verliert.
 
 


ausgebaumte Genua
 
 

Die Umstände normalisieren sich so allmählich, und so kehrt ein wenig Routine ein. Wir lernen immer besser, mit unserer Windfahne umzugehen, machen meist nur mit dem Vorsegel um die 5 Knoten Fahrt und schippern unter unspektakulären Bedingungen Richtung Äquator, nur das ständige Geschaukel zerrt beständig an unseren Nerven... .Der Schiffsverkehr ist nur sehr schwach: wir sehen nur gelegentlich das AIS-Signal eines Berufsschiffes in 20,30 oder mehr Seemeilen Entfernung und so leisten wir uns beide, des nachts ein Auge zuzumachen. Wir nähern uns den Kalmen und laufen nun unter Motor einige Tage weiter Kurs Süd.
Seegrasfelder auf dem Atlantik
 
 
 
 
 
 Der erhoffte frische Fisch zur Ergänzung unseres Speisezettels ist uns leider nicht gegönnt: riesige Seegrasfelder sorgen dafür, dass der Angelköder sich schon nach wenigen Minuten nicht mehr frei bewegt und deshalb auch keinen Fisch zum Anbiss verleitet. Nicht so schlimm, wir haben reichlich einkauft und wundern uns immer wieder, wie wenig wir eigentlich essen.

00° Süd oder Nord ?


Äquatortaufe


Wir queren den Äquator bei 29,5 ° West, nicht ohne die obligatorische Seewasserdusche für die Crew, und versuchen nun, Richtung Recife, Brasilien, zu segeln. Leider – oder wie sich später herausstellt Gott sei Dank (der Hafen wäre eine schlechte Wahl gewesen)- können wir den Kurs nicht fahren: der Südostpassat kommt derzeit mehr aus Süd und für uns direkt gegenan. Als Alternative bleibt Joao Pessoa mit dem Hafen in Jacarè. Nach einem langen Tag Motorfahrt gegen Wind und vor allem gegen Welle können wir nach 16 Tagen auf See und 1610 sm in der Mündung des Rio Paraiba unseren (neuen) Anker fallen lassen. Er fasst gleich beim ersten Versuch und wir genießen einen herrlichen Abend bei Wein und gutem Essen in einer für uns derzeit fremd aber atemberaubend schön anmutenden Landschaft. Geschafft !!!
 
 
erster Ankerplatz in Brasilien