Dienstag, 6. Oktober 2015

Sightseeing auf Trinidad


Über den Highway ging es heute nach Süden zum Asphalt-See. Es gibt auf der Erde wohl nur drei solcher Seen, deshalb wollten wir unbedingt dort hin. Gleich zu Beginn unserer Fahrt gerieten wir allerdings leider in den allmorgendlichen Stau in Port of Spain, trotz teilweise sechsspuriger Fahrbahn (drei pro Seite).
 
So leer ist die Straße nach Port of Spain selten
 
 
Auf dem Highway ging es dann gut voran, bis wir in der südlicher gelegenen Stadt San Fernando waren. Leider nahmen wir die falsche Abfahrt und waren prompt wieder im Stau und erst nach zweimaliger „Rundfahrt“ endlich auf der Straße zum Pitch Lake- dem Asphalt-See. Das Verkehrschaos sollte uns noch den ganzen Tag begleiten. Schon vor der Ankunft am Pitch Lake merkt man am Zustand der Straße, dass der Untergrund in Bewegung sein muss. Nach dem etwas flacheren „Mitteltteil“ der Insel mit wenig üppiger Vegetation, geht es hier wieder „rauf und runter“.
Am Pitch Lake nahmen wir uns einen Guide, der uns sicher über den See führte und auch alles über den See erzählen konnte. Allein sollte man wohl nicht einfach loslaufen. Der „See“ erscheint tragfähig und man glaubt überall gehen zu können.
 
Unser Guide am Pitch Lake
 
 
Das dies nicht so ist zeigte uns der Guide an einem Foto von einem jungen Mann, der im Asphalt eingesunken ist als er -zum Glück nicht ganz allein- losmarschiert war. Seine Freundin holte Hilfe. Als die Helfer kamen war er schon fast bis zu den Schultern im See verschwunden und konnte nur mit Mühe befreit werden. Er musste im Krankenhaus behandelt werden und wäre fast erstickt wegen des Asphalts an seinem Körper.
Der See selbst erscheint ziemlich unscheinbar. Man sieht eine dunkle Oberfläche die von größeren und kleineren Wasserpfützen bedeckt ist, Regenwasser. Dieses Regenwasser wird abgepumpt.
 
Der Pitch Lake

 
 
 

 
 
Um die Asphalt-Oberfläche frei zu legen wird noch eine angetrocknete „Haut“ entfernt.
 
Unter einer angetrockneten Haut liegt der begehrte Asphalt
 
 
Zum Abbau des Asphalts werden heute Bagger eingesetzt, die auf vorher geprüften Teilen des Sees fahren können.
 
Früher verwendete man Loren zum Transport, jede fasst eine Tonne
 
 
Der See verändert ständig seine Oberfläche etwas und Teile, die einmal befahrbar waren können durchlässig werden. In solche Teile sollte man auch möglichst nicht treten.
 
Zähflüssiger Asphalt an der Oberfläche
 
Geier -hier Cobos genannt- kommen zum Essen ihrer Beute an den See
 
Aus dem Reet, die Pflanzen sind rund oder dreieckig, können Korbwaren hergestellt werden
 
 
Im See sollen sich noch immer ungefähr 10 Mill. Tonnen Asphalt befinden. Wie er entstand, darüber gibt es verschiedene Theorien. Der Asphalt wird in viele Länder exportiert und dafür wohl in Pellets gepresst. Die europäischen „Entdecker“ nutzten den Asphalt zum Abdichten ihrer Schiffe und auch die Ureinwohner benutzten den Asphalt als Baumaterial.
 
Nach dem Besuch des Pitch Lake fuhren wir auf der westlichen Landstraße zurück nach Norden. Hier reiht sich ein Ort an den anderen aber mangels Straßenschilder weiß man nie, wo man sich befindet. Rechts und links der Straße ist alles bebaut und wir waren froh in Chaguanas dem Verkehrschaos zu entrinnen und wieder auf den Highway einzubiegen.
Es ging wieder nach Norden, nach Port of Spain. Dort wollten wir noch das Fort George sehen, das hoch oben auf einer Bergkuppe errichtet ist und von dem aus Angreifer von Süden, aus dem Golf von Paria, abgwehrt werden sollten.
Es stammt aus dem Jahre 1805 und ist nach dem britischen König Georg dem dritten benannt. Auf dem Fortgelände steht ein sehr schönes Haus im viktorianischen Stil. Dies wurde wohl erst später, im Jahre 1883, gebaut als man das Fort als Signalstation nutzte und nicht mehr militärisch.
 
 
Die ehemalige Signalstation
 
 
Aus den Kanonen soll nie ein Schuss abgegeben worden sein und auch im Gefängnis wurde wohl nie jemand eingesperrt. Dieses nutzte man nur -wenn nötig- zur sicheren Aufbewahrung wichtiger Dokumente.
 
Kanone, gerichtet auf den Golf von Paria
 
Das Gefängnis in Fort George, nur für Dokumente genutzt
 
 
In Fort George waren wir fast ganz allein. Es wird offensichtlich als Ziel für sportliches Walking von den Einheimischen benutzt. Wir sahen viele Walker auf dem Weg nach oben als wir auf dem Rückweg waren. Andere Touristen als uns gab es -zumindest als wir dort waren- nicht. Dabei ist allein die Aussicht den Weg wert -finden zumindest wir.
 
Der Blick auf Port of Spain und die Bucht